Gelesen: Der ganz normale Change Wahnsinn

IMG_4083Zunächst einmal: Die Bücher aus dem Murmann Verlag sind in aller Regel eine große Freude. Man spürt hier immer eine Idee und ein Konzept, welches dann auch klug umgesetzt wird.

Zum Buch Musterbrecher beispielsweise organisierte der Verlag einige Vorträge der Autoren; der Film zum Buch ist auch in dem Verlag erschienen.

Auch optisch und haptisch wirken die Murmann Bücher wie Bücher, die man gern zur Hand nimmt.

In dieser Hinsicht sticht Der ganze normale Change Wahnsinn selbst unter den sowieso schon immer tollen Murmann-Büchern hervor. Das ist nochmal etwas toller. Tolles Cover, toll gesetzte Schrift, tolle Comic Grafiken. Tolltolltoll wie das aussieht und sich anfühlt!

Nun soll man ein Buch bekanntlich nicht nach seinem Umschlag beurteilen. Und was den Inhalt angeht, war ich dann nicht ganz so begeistert. Man erwartet ja einiges, bei diesem Titel und dieser Aufmachung. Weiterlesen

„Schlaft doch, wie Ihr wollt“ von Stephanie Grimm

Schlaft doch wie ihr wollt von Stephanie Grimm

Gute Bettlektüre: Schlaft doc,h wie Ihr wollt von Stephanie Grimm

„Seinerzeit ging ich früh schlafen.“ – Dies ist NICHT der erste Satz aus dem Buch „Schlaft doch wie ihr wollt“ von Stephanie Grimm.

Die Autorin geht im Gegenteil sehr spät zu Bett. Denn sie ist, wie sie schreibt, eine Eule. Und als Eulen werden in der Schlafwissenschaft Menschen bezeichnet, deren innere Uhr sie spät zu Bett schickt.

In ihrer wachen Zeit hat Stephanie Grimm aber ein sehr lohnendes Sachbuch über den Schlaf geschlafen. „Schlaft doch, wie Ihr wollt“ verrät einem alles übers Schlafen, was man bislang zu großen Teilen weder in Spiegel-Titelgeschichten lesen konnte, noch in ARD-Themenwochen erfahren hat.

Noch eine Studie und noch eine Studie

Okay, es ist streckenweise ein klein wenig ermüdend, wenn die Autorin noch eine Studie und noch eine Studie und dann noch eine Studie aus dem Hut zaubert: Menschen, die 14 Tage in einer dunklen Höhle ohne Uhr gelebt haben. Schulkinder, deren Unterricht erst um 10 Uhr beginnt. Ehepaare, die in getrennten Zimmern schlafen. Zu allem gibt es irgendetwas Schlaues wissenschaftliches. Und Stephanie Grimm bereitet es mit beflissener Gründlichkeit für die geneigten Leser auf. Weiterlesen

Birken-was….?!

Birkensaft von Birkengold

Birkensaft von Birkengold. Der Baum im Hintergrund ist übrigens eine Kastanie.

Seit ewigen Zeiten ist ein Buch über Bäume ganz oben in der Deutschen Buchbestseller-Liste. Wie schön, dass man Bäume jetzt auch trinken kann.

Seit kurzem gibt es in Deutschland Birkensaft zu kaufen. Bei Budnikowsky habe ich Birkensaft von Birkengold für 1,99 Euro entdeckt. Bei Edeka für 1,79 Euro. Jeweils für ein 330 Milliliter Fläschchen. Nicht gerade günstig, aber in jedem Fall interessant.

 Die Flasche ist nicht besonders hübsch, man kann sogar sagen, dass sie in ihrer Plastikhaftigkeit sogar ausgesprochen unhübsch wirkt. Macht aber immerhin neugierig, denn man fragt sich doch sehr, wie ein solcher Baumsaft schmeckt und vor allem wie er hergestellt wird.

Wird die Birke in einen Entsafter oder in einen Thermomixer gegeben und püriert? Das war meine erste Vermutung. Ich war aber froh als ich auf der Flasche las:

„Mehr als 100 Liter Wasser filtert eine Birke pro Tag durch ihr Wurzelsystem. Im Frühjahr werden die Bäume für wenige Wochen angezapft und der wunderbare Saft wird gesammelt.“ Soweit so gut.

Und wie schmeckt es? Weiterlesen

Endlich Ruhe. Endlich Kamillentee

Kamillentee

Was gibt es ehrlicheres als eine gute Kanne Kamillentee….

Panikherz“ von Benjamin von Stuckrad-Barre ist ein Buch über ein Leben im Rausch. Erstaunlicherweise ist das am häufigsten erwähnte Getränk trotzdem: Kamillentee.

BVSB sitzt in Los Angeles im Hotel Chateau Marmont, denkt über das Leben nach und bestellt Kamillentee.

Auch ich trinke sehr gern Kamillentee, habe aber vor einiger Zeit die Marke gewechselt. Bis vor einem halben Jahr nahm ich die Beutel von Aldi. Fand ich okay, ich wollte ja nur ein nicht-koffeinhaltiges Heißgetränk und erwartete geschmacklich keine Höhenflüge.

Bis ich dann irgendwann feststellte, dass es auch GUTEN Kamillentee gibt. Und zwar den von Alnatura. Der kommt nicht im Beutel daher, sondern lose. Und als ganze Blüte, anstatt zerkäckselt wie bei Aldi.

Schmeckt wie Blume mit Honig

Schmeckt wunderbar weich, nach Blume mit Honig. Kann man sich auch gut in einem Promi-Hotel an der Westküste vorstellen.

Auch wenn ich anders als BVSB nicht kokse, sondern allenfalls mal zu viel Kaffee trinke, so gibt es doch auch für mich keinen besseren Downer als diesen Kamillentee.  Das Panikherz schlägt gleich bedeutend ruhiger.

Für mehr Klarheit im Kopf: Mal wieder ein gutes Linguistik-Buch lesen!

Politisches Framing Cover

Für mehr Klarheit im Kopf:Elisabeth Wehling: Politisches Framing.

Meine Studenten-Zeit ist schon ein paar Jahre her. Was ich seitdem gelegentlich etwas vermisse: Zeit und Energie zu haben, um mal ein kluges, wissenschaftliches Buch aufzuschlagen.

Aber dafür fehlt mir am Ende des Durchschnittstages  meist die geistige Aufnahmebereitschaft. Dann doch lieber gleich „Orange is the new Black“.

Welch Glück, dass alle Jubeljahre mal eine Autorin vorbei kommt, die beides ist: Akademisch und sehr lesbar. Jedenfalls wurde mir kürzlich das Buch „Politisches Framing“ von Elisabeth Wehling in die Hand gedrückt. Es hat schon mal nicht allzu viel Text, das war für mich eine gute Motivation war das Buch wenigstens mal aufzuschlagen.

Auf einmal fällt’s mir wieder ein: Ich hatte ja mal Linguistik studiert!

Das Thema kam mir vage aus meinem Linguistik-Studium bekannt vor: Es geht um die Metaphern, mit denen wir die Welt strukturieren. Hier in erster Linie die Welt der Politik.

Politisches Framing

Metaphern und Frames

  • Kurz verdeutlicht: Die Politik befasst sich ganz überwiegend mit sehr abstrakten Themen. Diese werden in Metaphern ausgedrückt. Beziehungsweise in „Frames“, sprachlichen Rahmen. Ein Beispiel: Der EU-Rettungsschirm.  Der Schirm ist eine Metapher für etwas sehr abstraktes. Bildet damit aber gleich einen Rahmen, in dem wir das Abstrakte wahrnehmen. Metaphern (oder Frames) durchziehen aber unsere gesamte Sprache. Beispiel: Wenn ich sage „Ich begreife das nicht“, dann ist dieses „begreifen“ offenbar schon eine Metapher.

Okay, ich gebe zu: der letzte Absatz war kaum zu verstehen. Wer das Thema um einiges klarer erklärt haben will, muss es eben direkt bei Elisabeth Wehling nachlesen.

Wenn das Thema zu schwer wird, macht es die Autorin dem Leser leicht.

Sehr sympathisch übrigens an Buch und Autorin: Wenn es sehr schwierig wird, dann wird es dem Leser einfach gemacht. Dann heißt es in etwa: „Das verstehst du zwar vermutlich nicht, lieber Leser, aber glaub es mir einfach mal.“

Ich glaub es. Und lese weiter.

Am Ende der knapp 200 Seiten fühlt man sich irgendwie geistig auf ein höheres Level gehoben. Nicht so sehr, weil das Thema spannend ist. Sondern viel mehr, weil die Autorin das Thema mit so einer beeindruckenden geistigen Klarheit behandelt. Hat man ja viel zu selten.