Der Fleischatlas vom BUND

Der BUND hat erstmalig einen „Fleischatlas“ herausgegeben. Kurz vom Start der Grünen Woche in Berlin ist dem BUND damit ein kleiner Coup geglückt:  Die Medien haben flächendeckend berichtet, dass jeder Deutsche im Schnitt 1094 Tiere verzehrt. Ein bisschen Untergegangen in der Berichterstattung ist der Umstand, dass der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch sogar noch steigt.  Das hätte ich nicht gedacht. Ich habe „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer, „Wurst und Wahn“ von Jakob Hein  und „Anständig essen“ von Karen Duve gelesen. Ich habe die Titelstory über Vegetarismus in stern und Zeit gelesen und die Plasberg Sendung über Fleisch gesehen (Marc Benneke hätte fast die Sendung verlassen, hehe) sowie diverse Reportagen zum Thema Massentierhaltung.

Ich hatte das Gefühl, dass in den letzten Jahren jeder zweite um mich herum zum Vegetarier geworden ist. Ich selbst allerdings wurde nur Flexitarier, was so viel heißt wie dass ich nicht unbedingt Wurst zum Frühstück essen muss.

Und jetzt das: Der Fleischkonsum steigt weiter, einfach irre!  Vielleicht liegt das daran, dass das beste Verkaufsargument noch immer der Preis ist. Und Fleisch ist eben verhältnismäßig günstig. Außerdem gilt beim Essen gilt: Die Menschen essen das, was ihnen schmeckt. Warum ist es so schwer, davon loszukommen? Weil, behaupte ich einfach mal, man die Entscheidung, was auf den Teller kommt, oft erst wenige Minuten vorher trifft. Klar kann man sich am 1. Januar vornehmen, Mittags nur noch Suppe und Salat zu essen. Aber wenn dann in der Kantine Schnipo-Tag ist, hat das Gehirn meist einen kurzen Aussetzer, der bis zum Ende der Mahlzeit dauert.  Auch Schokolade-Essen wird ja in der Regel nicht von langer Hand geplant, sondern spontan am Supermarktregal entschieden.

Auf jeden Fall: Der Fleischatlas ist ganz ausgezeichnet. Als ich zuerst davon in der Zeitung las, hatte ich eine schwerverdauliche Kampfschrift erwartet. Aber nichts da: Der Fleischatlas ist toll gestaltet, ausgezeichnet geschrieben, reich an interessanten Fakten und vor allem absolut unmilitant und ohne Zeigefinger. Man kann ihn hier runterladen. Vielleicht rettet er ein paar Hühnern das Leben.

Bildschirmfoto 2013-01-11 um 22.07.51

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Ein Gedanke zu “Der Fleischatlas vom BUND

  1. „Der Mensch isst, was ihm schmeckt.“ Das ist schon richtig, aber vielleicht isst der Mensch auch eher das, was ihm antrainiert wurde, dass es ihm schmeckt. Ich denke da an die Kinder, denen Nudeln mit Tomatensauce nicht mehr schmecken, wenn kein Ketchup dran ist etc.. Aber das ist nun eine philosophische Bemerkung.

    Kaninchen sehe ich jetzt hier gar nicht auf dieser Fleischatlasillustration.

    Im Allgemeinen glaube ich, dass wir uns mehr auf hochwertiges Fleisch von Tieren aus naturnaher Haltung besinnen sollten. Lieber davon weniger als die gequälten Geschöpfe aus der Massentierhaltung.

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