Doch, das gibt’s: Wirsing-Chips

Mal wieder vorm Chipsregal gestanden. Zum Jahreswechselt drängelt es sich da ja besonders. Die Entscheidung fällt mir zunehmend schwerer. In einem ordentlichen Supermarkt gibt es mittlerweile gut und gerne 50 Chipssorten, und die dann noch in den Geschmacksrichtungen orientalisch, Currywurst, Chakala usw. Und das dann wiederum jeweils in der Variante fettarm, glutenfrei, vegan….

Da gibt’s nichts, was es nicht gibt. Denkt man. Diesmal aber fand ich Wirsingchips vom Hersteller heimatgut. Die sind mal wirklich neu. Und anders, als die anderen diversen Pseudo-light Chips sind diese Wirsingships tatsächlich ziemlich frei von Fett und Geschmacksstoffen. Einfach getrocknete Wirsingblätter,  gewürzt mit Paprika, Salz, Zitrone, fertig. Das jedenfalls bei der Variante CheesyPaprika , zu der ich griff. Sour Cream und Italian Herb hätte es auch noch gegeben. (Kleine Zwischenfrage: Ich hatte mal was über die Rückkehr der deutschen Sprache in der Werbung gebloggt. Würde es es sich für eine Unternehmen wie Heimatgut nicht anbieten, den Sorten deutsche Namen zu geben, anstatt englische, die genauso gut zu Funny Frisch, Chio Chips oder jeder beliebigen Handelsmarke gehören könnten?!)

Getrocknetes Gemüse, kann das schmecken? Und dann noch ausgerechnet Wirsing – nicht gerade das sexieste Gemüse aller Zeiten.

Also. Am Gaumen fühlt sich der Wirsingchip zunächst ein wenig wie eine Oblate an, jedenfalls nicht wie ein Chip. Im Geschmack nicht gerade intensiv – dafür aber charakterstark, ein wenig nussig, ein wenig käsig. Passt vielleicht eher zu Wein als zu Bier? Oder passt der Wirsingchip gar am besten zu einer guten Tasse Fencheltee? Ja, vielleicht. Aber Chips und Tee? Warum eigentlich nicht. Wobei ich denke, dass die Wirsingchips im Grunde gar keine Chips sind, sondern allenfalls eine Knabberei. Jedenfalls glaube ich, dass es dem Verkauf nicht unbedingt förderlich ist, dass die Heimatgut-Chips als Sorte Nummer 237 im Chipsregal liegen. Vorm Chipsregal stehen nämlich Leute, die Bier trinken und Pro7 schauen und die wollen eine gepflegte Ladung Salz und Fett. Möglicherweise wären die Wirsingchips daher besser in der Biokost Ecke aufgehoben (die es in jedem guten Supermarkt gibt). Ich wette um eine Tüte Currywurst-Chips, dass sie dort schneller Fans finden. Zumal die Verpackung sehr ansprechend ist. Jedenfalls dürfte das Design der veganen Loha-Zielgruppe schmecken.

Andere Sache: Liebe Heimatgut-Leute, da Eure Chips aus getrocknetem Wirsing bestehen und da Wirsing ja nun keine teure Premiumpflanze ist: Warum kosten dann 35 Gramm 2,95 Euro? Mit 35 Gramm seid Ihr ganz am unteren Ende der Gewichtsskala und mit 2,95 Euro ganz am oberen Ende der Preisskala. Wollt Ihr Schuld daran sein, wenn ich mir demnächst wieder die billigen Fett-und-Salz-Chips vorm Fernseher reinhaue, statt mir die Zeit mit Eurem prima Produkt zu vertreiben?

Mehr über Wirsing-Chips als Detox gibt’s hier. Ob Wirsing-Chips als Fußballsnack taugen lest Ihr hier

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2 Gedanken zu “Doch, das gibt’s: Wirsing-Chips

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