Kranbeerensaft für Hamburg: Hans im Glück kommt nach Eimsbüttel

In Hamburg hat ein neues Burger-Restaurant eröffnet. Da die Betreiber mich netterweise zum Testen eingeladen hatten, begebe ich mich in diesem Blog heute ausnahmsweise auf das Terrain des Gastrokritik.

Hans im Glück ist neu in Hamburg, aber nicht neu in Deutschland. Es gibt bereits 19 Restaurants dieser Franchisekette, bislang vor allem im Süden. Die Lizenz für den Norden hat Patrick Junge erworben – bis 2012 mischte der beim Hansebäcker mit. Für seine Burger kann er nur etwas größere Brötchen backen.

Nicht, dass es in Hamburg nicht bereits genug Läden gibt, die Premium-Burger anbieten. Allen voran Jim Block. Hans im Glück zielt aber – ungewöhnlich für einen Burgerladen – auf ein überwiegend weibliches Publikum. Birkenstämme ragen an die Decke, das ganze Ambiente wirkt auf entspannte Art natürlich. Die Burger sind 1A – und die Salate übrigens aus. 

Abends wird Hans im Glück zur Bar – es stehen eine Reihe Cocktails auf der Karte „aber keine mit Schirmchen“, wie die Betreiber versichern. Man nimmt das Bar-Business ernst. Die Fritten sind dick, wie sich für einen Burgerschuppen gehört, aber man wird weder mit Salz noch mit Fett erschlagen. Ein paar wenige Kapriolen erlaubt sich die Küche, so gibt es zum Beispiel eine Wasabi Mayonnaise.

Die Zutaten kommen laut Betreiber allesamt aus der Region. Dazu passend: Es gibt auf der Karte nicht nur keine Anglizimsem, sondern tatsächlich wurden Wörter wie Rucola oder Cranberry eingedeutscht. Man kann also Burger mit Rauke oder Kranbeerensaft bestellen. 

Wer kein Fleisch mag, kann auch vegetarische Burger bestellen. Die schmecken auch bestens.

Insgesamt: Gutes Konzept – Systemgastronomie mit Herz und Verstand. Als schwierig könnte sich die Lage erweisen: An der Ecke am Schlump ist zwar viel Verkehr, aber mit der Laufkundschaft ist dort kaum. Einen Laden mit 320 Innen und 100 Außenplätze täglich zum Brummen zu bringen, ist in dieser Lage ein sportliches Ziel.

Allerdings verrieten die Betreiber bereits, dass der nächste Hans-im-Glück in Hamburg bereits in Planung sei. Noch mehr Hamburger für die Hamburgerinnen und Hamburger also – wie schön!

Nachtrag, 18.06.2014: In der aktuellen Ausgabe der Zeit Hamburg schreibt Gastro-Kritiker Michael Allmeier über die diversen alten & neuen Burger-Läden in der Hansestadt. Hans im Glück kommt dabei ganz und gar nicht gut weg. Unter anderem schreibt Allmeier:

„Wer möchte allen Ernstes Feigensoße  oder Gorgonzolacreme in seinem Burger haben?“

Nun, es überrascht mich nicht, dass ein seriöser Gastro-Kritiker sein Glück nicht bei Hans findet – möchte aber auch bemerken, dass der Laden seit dem ersten Tag brummt: Wann immer ich da vorbeiradel, ist die Bude voll. Drinnen und draußen. Ein paar der hundert Gäste werden sicher auch Gorgonzola- und Feigenburger bestellen.

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