Gelesen: Kommunikation und Social Media, Brand Content, Anders denken

Drei Bücher, die ich kürzlich gelesen habe:

Melanie Huber: Kommunikation und Social Media 

Melanie Huber: Kommunikation und Social Media

Melanie Huber: Kommunikation und Social Media

Die Welt der sozialen Medien ändert sich rasant. Entsprechend schwierig ist es, ein Buch zum Thema zu verfassen, das bei Erscheinen nicht bereits von neuen Entwicklungen überholt wurde. Daran aber krankt leider die dritte Auflage „Kommunikation und Social Media“. Bei der Auflage von 2010 mag es noch passend gewesen sein in aller Breite zu erklären, warum Twitter wichtig ist, und dass es bei Facebook um „Kontakte, Kontakte, Kontakte“ geht. Heute aber ist das – bei einem Fachbuch für Kommunikationsprofis! –  reichlich überflüssig.

Bei Diensten wie Mister Wong hat die Autorin die jüngeren Entwicklungen offenbar nicht mehr rechtzeitig mitbekommen; und spannende Dienste wie tumblr oder Soundcloud kommen erst gar nicht vor. Schade, denn von diesem Verlag ist man in der Reihe „PR Praxis“ sonst vorzügliche Bücher gewohnt.

Kommunikation und Social Media. Melanie Huber. 3. überarbeitete Auflage (14. August 2013). UVK Verlagsgesellschaft, 228 Seiten, 29,99. ISBN-13: 978-3867643801

Andreas Baetzgen, Jörg Tropp: Brand Content. Die Marke als Medienereignis

Brand Content

Brand Content

Spätestens seit Felix Baumgartners Sprung vom Himmel ist „Brand Content“ das beherrschende Schlagwort der Kommunikationsbranche. Denn die mediale Aufmerksamkeit, die Red Bull 2012 mit der Stratos-Aktion erzeugte, gilt seitdem als Messlatte für alle Marken, die eigene News und Stories produzieren wollen. Weiterlesen

Sieht gut aus: Infografik zum iPhone6

Was mich am iPhone 6 interessiert? Nicht viel. Nicht die Bezahlfunktion. Nicht das Gratis-U2-Album. Nicht die mittlerweile immer gleichen Bilder in den Vorabend-Nachrichten, in denen Menschen vorm Apple-Store übernachten. Auch dass sich das Teil in der Hosentasche angeblich verbiegt („Bendgate“) ist zwar ein wenig kurios, aber irgendwie auch ziemlich gähn. Weiterlesen

Katjes vs Haribo, Teil 6: Politik

Kommen wir heute zum Politik-Check von Haribo und Katjes. Man sollte meinen, Süßwarenhersteller seien eher unpolitisch. Wer Weingummi verkauft, muss sollte ein kindliches Gemüt bewahrenund schaut vermutlich lieber Kika als Tagesthemen.

Aber weit gefehlt: Sowohl Katjes als auch Haribo haben klare politische Statements in ihrem Produktportfolio. Und nicht, dass irgendjemand glaubt, sie würden ein wenig in der Lokalpolitik rumpopeln. Sportvereine sponsern und hier und da eine Straße nach sich benennen lassen. Nein, nein: wenn  die Süßwarenhersteller sich schon auf das politische Parkett bequemen, dann bitte Weltpolitik.

Ob Bonn oder Emmerich: Es wird das ganz große Rad gedreht: Weiterlesen

Ganz großes Tennis: Die elektrische Fliegenklatsche

Spiel, Satz und Sieg: Die Elektrische Fliegenklatsche haut kleine Plagegeister weg

Spiel, Satz und Sieg: Die Elektrische Fliegenklatsche haut kleine Plagegeister weg

Ist diese Erfindung  schlau und praktisch? Oder einfach nur pervers?

In diesem Sommer habe ich bei Rewe die elektrische Fliegenklatsche entdeckt. Wurde ordentlich promoted, mit Aufsteller im Gang und Erklär-Video. Kostet fünf Euro, inklusive Batterien.

Die elektrische Fliegenklatsche ist geformt wie ein Tennisschläger, allerdings etwas kleiner. Gelber Rahmen aus Plastik und mit Draht bespannt. Am Griff ist ein kleiner Knopf mit dem sich die Drähte unter Strom stellen lassen. Die Fliegenklappe gibt es seit ca. 3 Jahren, eine eigene Wikipedia-Seite hat sie auch schon.

Die (sicher nur spaßhaft gemeinten) Frage meines Nachbarn, ob „sich das Teil auch zur Kindererziehung einsetzen lasse“, musste ich verneinen. Die Spannung ist viel zu gering, als dass ein Mensch sie spüren würde. Weiterlesen

Gelesen: John D‘ Agata / Jim Fingal, Ronald Hanisch, Jochen Reiss

John D' Agata und  Jim Fingal: Das kurze Leben der Fakten. Carl Hanser Verlag. 176 Seiten, 19,90 Euro. ISBN-10: 3446241388

John D‘ Agata und  Jim Fingal: Das kurze Leben der Fakten.

John D‘ Agata und  Jim Fingal: Das kurze Leben der Fakten. 

Der Journalist John D‘ Agata schreibt eine Reportage über den Selbstmord eines 16-Jährigen in Las Vegas. Packend, spannend und voller Details. Auftritt Jim Fingal, der Fakten-Checker: Mit dem Rotstift überprüft er jedes Wort: Gibt es wirklich 34 Strip Clubs in Las Vegas? Ist der Turm, von dem der Jugendliche sprang, tatsächlich 350 Meter hoch? Jede Behauptung in der Reportage wird akribisch seziert und meistens widerlegt.

Das Buch dokumentiert die Auseinandersetzung zwischen einem Journalisten, der freimütig einräumt, vor allem eine gute Story schreiben zu wollen und einem peniblen Wahrheitssucher, der mit dem Lineal nachmisst.

Ein ungewöhnliches Buch, das schon typografisch sehr gelungen ist – auf jeder Seite wird die schwarze Story von den roten Korrekturen umrahmt.

John D‘ Agata und  Jim Fingal: Das kurze Leben der Fakten. Carl Hanser Verlag. 176 Seiten, 19,90 Euro. ISBN-10: 3446241388 Weiterlesen

Goldener Windbeutel 2014 … und eine sonderbare Antwort darauf

Foodwatch ruft wieder zur Wahl des „Goldenen Windbeutel“ auf.  Und dazu hat der Verbraucherverein ein lustiges Filmchen gedreht. In dem animierten Clip werden Christoph Minhoff und Stephan Becker-Sonnenschein, als „Minni“ und „Sonni“ kräftig durch den Kakao gezogen:

 

Die Reaktion der „Lebensmittelwirtschaft“ darauf ist bizarr: Es gibt eine ultra-kurze Pressemitteilung Weiterlesen

My Cup of Tea

Pukka Tee

Pukka Tee

Auf die Frage, ob Kaffee oder Tee, habe ich eine klare Antwort: Warum „oder“?

Ich trinke beides.  Kaffee als Upper, Tee als Downer. Manchmal aber auch umgekehrt. Grüner Tee macht mich am Morgen  wunderbar wach, und nach einem Decaf bei Starbucks bin ich meistens sehr entspannt. Hauptsache heiß.

Während ich bei Kaffee allerdings ziemlich markentreu bin, experimentiere ich bei Tee viel herum. Ob Hagebutte von Aldi, Sencha von Tee Gschwender, oder Fenchel-Anis-Kümmel von Alnatura: Früher oder später kriege ich sie alle. Auch Kapsel-Tee von Nestlé kann ich etwas abgewinnen. Weiterlesen