Imperium der Kokosnuss

Vor ein paar Jahren gab es ein kleines Literaturskandälchen um Christian Krachts Buch Imperium.

In dem Roman geht es um einen sympathisch-durchgeknallten Deutschen, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der Südsee eine Kokovoren-Kolonie gründen will. Kokovore, das sind Leute, die sich ausschließlich von Kokosnüssen ernähren.

Würde August Engelhardt heute einen Edeka- oder Rewe-Markt besuchen – er würde Luftsprünge machen vor Glück. Denn was gibt es dort im Getränkeregal? Kokoswasser! In fast allen Farben und Formen.

Als kleine Verneigung vor Engelhardts Weltverbesserungsplänen habe ich ein paar davon ausprobiert:

Da wäre zunächst goco Kokoswasser. Kommt im metallic-blauen Tetrapack daher, schmeckt sehr frisch. Gibt’s schon länger in Deutschland zu kaufen. Und beim googlen stelle ich fest: Ich hatte selbst schon mal über dieses Wasser gebloggt.

Alnatura Coco Drink: Geschmacklich vergleichbar mit goco. Die Nüsse stammen ebenfalls von den Philippinen. Schmeckt allerdings etwas erdiger – und etwas langweiliger.

Kopfnuss. Kein reines Kokoswasser, sondern eine Schorle. Auf der Webseite heißt es:

Das Rezept wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Lebensmitteltechnologie der Uni Kiel entwickelt.

Aha, das erklärt, warum der ganze Drink  auf mich zu verkopft wirkt. Sicher gibt’s dafür ein Publikum, aber dazu gehöre nicht ich. Trotzdem ein sympathisches Projekt. Erinnert mit seinem studentischen Anstrich an Fritz-Kola.

The real Coconut Water: Die Nüsse kommen aus Thailand. Auf dem Verschluss steht: „Happyness in a Bottle.“ Und das ist keineswegs Werbung, sondern schlicht die Wahrheit. Dieses Kokoswasser ist der Hammer! Sehr frisch, sehr süß. Direkt aus der Nuss am Strand von Koh Samui könnte es nicht besser schmecken. Auf der Webseite der Hersteller steht, es sei gerade nichts mehr im Lager. Möglich, dass ich daran Schuld bin.

So. Es gibt noch viele, viele anderen Kokos-Drinks, aber ich habe heute mal Mut zur Lücke und belasse es bei diesen vier.

Nachdem ich in den letzten Tagen eine Menge Kokoswasser getrunken habe, kommt ein kleiner Wermutstropfen:  Denn ich habe festgestellt, dass es sich mit diesem Getränk ähnlich verhält, wie mit einem Urlaub am palmenbesäumten Traumstrand: Ist prima, aber nach zwei Wochen reicht’s dann auch. Mit anderen Worten, ich bin der Kokossäfte überdrüssig.  Und muss mal wieder was Handfestes trinken.

August Engelhardt trinkt ganz am Ende von Imperium übrigens Coca-Cola. Genau das werde ich jetzt auch tun. Zisch!

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3 Gedanken zu “Imperium der Kokosnuss

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