Blogger Relations, Worst Case Scenario. Teil 1

Man hört so dies und das über „Blogger Relations“. Blogger Relation ist in etwa die Fortführung von Press Relation – statt Journalisten versuchen Unternehmen und Agenturen Blogger als Multiplikatoren zu erreichen.

Mein kleiner Blog bekommt gelegentlich auch mal Post: Pressemeldungen, Angebote neue Produkte zu testen  oder Einladungen zu Veranstaltungen.

Das finde ich prima – denn auch wenn ich in 90 Prozent der Fälle keine Verwendung für diese Angebote habe, ist es doch immer ein angenehmes Gefühl, beachtet zu werden.

Gelegentlich kommt es aber auch zu bizarren Anbandelungsversuchen. Und zwei davon will ich mal dokumentieren, ohne sie lange zu kommentieren.

Vor nicht allzu langer Zeit erreichte  mich eine Mail von einer Lena B.

Lena B hatte eine T-Online Adresse und schrieb mir:

Liebe Ansgar,

mein Name ist Lena, ich bin 23 Jahre alt und verfolge seit geraumer Zeit Deinen Blog und andere Blogs zum Thema Kochen und Backen. Ich selbst teste sehr gerne in diesen Bereichen neue Dinge und habe mir im Laufe der Zeit gedacht, dass es eigentlich ganz cool wäre, wenn ich Bloggern wie Dir von anderen Bloggern erzähle. So könntest du eventuell von deren Inhalten profitieren und sie Deinen Lesern zur Verfügung stellen, sofern sie Dir zusagen. 🙂

XXXXXXX-online.de und YYYY.de sind in letzter Zeit die Blogs bzw. Plattformen, auf denen ich mich gerne herumtreibe und bisher viele Produkte vor allem zum Thema Ernährung abgreifen konnte.
YYYYY vor allem ist sehr bekannt in der Szene und relativ lange am Markt. Dort spielst du in Challenges kleine Rätsel und Aufgaben durch und wirst mit Preisen belohnt.
Zurzeit nehme ich zum Beispiel an einer Challenge teil, in der man einen Präsentkorb mit Erdbeermarmelade und Erdbeebonbons von ZZZZZZ Online Shop gewinnen kann. Vielleicht kennst du ja ZZZZZ, die so leckere Marmeladen nach Rezepten aus Omas Zeiten herstellen und Erlebnisdörfer haben, die für Familien ein schönes Ausflugsziel sind.
Schau es dir am besten selbst mal an: http://xxxx

YYYYYY-online hingegen ist zwar auch sehr bekannt, bietet aber im Vergleich zu vielen anderen Blogs viele viele Preise an, meist so ca. 50-100 Preise für alle Bewerber.

Ich hoffe, dass ich Dir mit dieser Info ein wenig weiterhelfen konnte und freue mich bereits jetzt auf viele weitere Artikel in Deinem Blog. 🙂

Liebe Grüße,
Lena

Soweit die Mail von Lena B. Die Xe, Ys und Zs stammen von mir. Ich will die von Lena angepriesenen Seiten hier nicht bloßstellen

Sollte ich mich freuen, einen jungen Groupie zu haben, der sich so ausführlich Gedanken über meinen Blog machte?

Das konnte ich leider nicht. Die Mail kam mir doch gar zu sehr wie ein Fake vor. Nicht nur weil ich als Frau angesprochen wurde und weil mein Blog mit Kochen und Backen kaum etwas zu tun hat. Sondern vor allem, weil hier so penetrant Werbung für zwei Plattformen und einen Online-Shops gemacht wurde.

Wenn ich Mails von russischen Damen bekomme, die mit mir auf Facebook flirten wollen, ignoriere ich das stets. Aber in diesem Fall wollte ich der Sache auf den Grund gehen. Ich mailte also an Lena:

Hallo Lena,
ich freue mich natürlich immer, wenn sich jemand für meinen Blog interessiert. 
Vorschläge sind mir natürlich auch stets willkommen. 
Es ist mit bislang allerdings noch nicht passiert, dass mir eine Privatperson so konkrete Produkte oder Seiten vorgeschlagen hat. 
Wenn Unternehmen mit Produkten an mich herantreten, dann geben sie sich und ihre Absichten stets zu erkennen. 
Daher würde mich nun sehr interessieren, ob du mit den Webseiten oder Produkte, die du mir empfiehlst in einer geschäftlichen Beziehung stehst, ob Du vielleicht für sie arbeitest?
Mit bestem Gruß
Ansgar 
Es gingen ein paar Tage ins Land, ohne dass Lena mir antwortete. Also schrieb ich die beiden in Lenas Mail erwähnten Plattformen und den Online Shop an. Ob diese Mail vielleicht eine spezielle Marketing-Aktion ihrerseits wären, wollte ich wissen.
Ich bekam relativ umgehend zwei Antworten, die glaubhaft versicherten, nicht dahinter zu stecken. Die dritte Partei antwortete nicht. Aber das muss natürlich nicht unbedingt etwas heißen und ich will daher gern mal annehmen, dass die alle drei nicht der Absender der Lena-Mail sind.
Bleibt nur das Fazit: Sehr sonderbar. Blogger Relations scheinen offenbar noch nicht überall zu klappen.
Demnächst kommt dann Teil 2 zu Blogger Relations. Lena Mail ist nämlich noch längst nicht das seltsamste, was mir in letzter Zeit passiert ist!
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