Gelesen: Die Content-Revolution im Unternehmen von Klaus Eck und Doris Eichmeier

Neue Perspektiven durch Content-Marketing und -Strategie versprechen Klaus Eck und Doris Eichmeier
Neue Perspektiven durch Content-Marketing und -Strategie versprechen Klaus Eck und Doris Eichmeier

„Content Marketing“ – das klingt smart und modern und sorgt als Buzzword derzeit für so manch hitzige Diskussion in der Kommunikationsbranche. Doch schon die genaue Definition von „Content“ scheint schwierig. Oft wird der Begriff einfach genutzt, um jegliche Öffentlichkeitsarbeit flugs als Content Marketing zu verkaufen.

Doch so leicht sollte man es sich nicht machen, meinen Klaus Eck und Doris Eichmeier. Denn ernst gemeintes Content Marketing ist etwas anderes: Nämlich einzigartige Inhalte zu erstellen, diese geschickt zu choreografieren und mit den Kunden zu teilen.

Die Autoren von „Die Content-Revolution im Unternehmen“ dürfen sich zu den Pionieren auf diesem Gebiet in Deutschland zählen. Seit den 1990er Jahren beraten sie Unternehmen bei digitaler Kommunikation und Content-Erstellung. In ihrem Buch geben sie eine detaillierte Anleitung für gelungenes Content-Marketing.

Die Arbeit am Content beginnt mit einem ausführlichen Audit der bestehenden Inhalte. Man analysiert zunächst, was bereits in welchen Kanälen existiert und bewertet es dann. So lässt sich eine Content-Scorecard erstellen, die Inhalte sowohl quantitativ wie auch qualitativ einordnet.

Drei zentrale Perspektiven

Hat man den bestehenden Content gewissenhaft analysiert, kann man eine konkrete Content-Strategie erarbeiten. Dabei soll man laut den Autoren drei Perspektiven einnehmen:

Erstens die der Stakeholder – was erwarten diese? Mit Sicherheit keine plumpe Werbung. Aber welche Inhalte sind so interessant, dass die Kunden sie teilen und weiterempfehlen?

Zweitens die Perspektive der Marke – der Content muss den Markenwerten entsprechen. Das kann den Erwartungen der Stakeholder möglicherweise entgegenlaufen. Denn natürlich will man auch überraschen.

Dritte wichtige Perspektive: Die des Unternehmens. Schließlich verlangt erfolgreiche Content-Produktion dem Unternehmen einigen Aufwand und den Willen zur Transparenz ab. Dafür müssen in der Regel die Strukturen und die Prozesse ganz neu aufgebaut werden.

Nicht nebenbei zu stemmen

Sind diese drei Perspektiven gut ausbalanciert, entsteht eine sauber strukturierte Content-Supply-Chain. Das ganze kostet natürlich Zeit, Manpower und Geld. Es kann daher nicht nebenbei von PR und Marketing gestemmt werden, sondern erfordert Content-Verantwortliche im Unternehmen oder auf Dienstleisterseite.

Zentral für den Erfolg des Content-Marketings ist daher auch die Unterstützung des obersten Führungslevels. Um diese Ebene zu überzeugen, geben die Autoren den Rat „Don’t speak Geek“ – man soll die Chefs also nicht mit Fachproblemen langweilen und am besten gar nicht von Content reden. Stattdessen argumentiert man lieber mit handfesten Fakten über Kundentreue, Verbesserung des E-Commerce etc.

Wenn es nach der ausführlichen Vorbereitung an die konkrete Erstellung der Inhalte geht, zeigen die Autoren anhand von Best Cases wie Nestlé, Audi, E-Plus oder Coca-Cola wie es geht. Ein weiteres gutes Beispiel für Content Marketing ist das Kundenmagazin „1890“ der Allianz, das man sich hier ansehen kann. Qualitativ hochwertig verzichtet diese Publikation auf jegliches Werbegetrommel.

Den Autoren ist die kompetente Analyse eines absoluten Trend-Themas gelungen. Es gibt einige Parallelen zu Miriam Löfflers Buch „Think Content!“; aber vor allem bei der Vorbereitung der Strategie setzen Eck und Eichmeier andere Akzente. Zudem sind viele Studien über Online-Verhalten von Verbrauchern sowie amerikanische Marketing-Literatur eingeflossen. Wer sich also tiefer in die Materie eingraben will, findet genug Stoff.

Insgesamt begegnen die Autoren dem Content-Hype mit ausdrücklicher Sachlichkeit und demonstrieren, wie man das Thema mit den Mitteln des modernen Projektmanagements in den Griff bekommt. Naturgemäß sollte man dabei keine Wunder erwarten, sondern vor allem pingelige Detailarbeit. Dann aber wird man sich irgendwann dem Fazit der Autoren anschließen: „Die Revolution kommt in kleinen Schritten.“

Die Content Revolution im Unternehmen. Klaus Eck und Doris Eichmeier. 2014. Haufe-Lexware. 257 Seiten, 39,95 Euro

Zuerst erschienen im PR Report

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Grüne heiße Smoothies

Tee steht drauf. Erinnert mich aber trotzdem an einen heißen grünen Smoothie

Tee steht drauf. Erinnert mich aber trotzdem an einen heißen grünen Smoothie

Grüne Smoothies, Grüne Smoothies, Grüne Smoothies.Grüne Smoothies. Grüne Smoothies. Grüne Smoothies. Und nochmal und immer wieder Grüne Smoothies. Vor diesen Dingern ist einfach kein Entkommen mehr. Es gibt sie mittlerweile als Pulver, in der Flasche, in der Tütem, als Buch, als Youtube Film. Mit Ingwer, mit Goji, mit Chia, vegan, glutenfrei, to go usw. usf.

Ich finde diese Auswahl super, dachte aber auch: Nun reicht’s langsam mal. Meine Phantasie reichte jedenfalls nicht aus, um mir weitere Varianten Grüner Smoothies vorzustellen.

Bei Edeka gibt es Tee von Stick Lemke

Dies dachte ich, als ich gerade bei Edeka mit meinem Einkaufswagen durch die Gänge schon. Und mir plötzlich die Teepakete der Hamburger Firma Stick Lembke ins Auge fielen. Die bieten nämlich jetzt neu im Sortiment Spinat-Tee an. 12 Beutelchen, hübsch in einer würfelförmigen Packung, für knapp vier Euro. Weiterlesen

Gelesen: Bücher zu Storytelling und Kundenkommunikation

Kundenkommunikation und StorytellingMichael Müller gibt seit vielen Jahren Seminare zum Thema Storytelling in Unternehmen. In diesem kompakten Handbuch zeigt er, wie man als PR-Verantwortlicher die spannenden Geschichten aus einem Unternehmen herauskitzelt und dramaturgisch geschickt aufbereitet. Anders als im Buch „Storytelling“ von Petra Sammer (PR Report 2/2015) geht es hier weniger tief in die Theorie, es gibt auch weniger Cases. Dafür aber konkrete Anleitungen zur Erarbeitung von Storys. Checklisten und Übungen sichern den hohen Praxiswert!

Storytelling. Die Kraft des Erzählens für die Unternehmenskommunikation nutzen. Von Michael Müller. 2014. SCM Verlag. 135 Seiten, 26,90 Euro

 Die sprachliche Qualität der Texte eines Unternehmens lässt Rückschlüsse darauf zu, wie genau es das Unternehmen mit der Qualität allgemein nimmt. Es lohnt sich daher, die Textproduktion mit System und professionell anzugehen. Weiterlesen

Ein grüner Pulversmoothie, der nach Proseminar riecht.

Grüner Smoothie von SemenVitae... an irgendwen erinnert mich der doch.

Grüner Smoothie von SemenVitae… an irgendwen erinnert mich der doch.

Ich bin fasziniert. Von mir selbst. Genauer gesagt, bin ich fasziniert von meinem olfaktorischem Gedächtnis. Vor ein paar Wochen habe ich das Smoothie-Pulver „Himmelgrün“ von SemenVitae entdeckt. Das ist eins von mittlerweile gar nicht mal so wenigen Pülverchen, mit denen faule Menschen ihren Smoothie herstellen können.

Das besondere an den SemenVitae Pulvern ist, dass sie gemischt sind. Himmelgrün etwa besteht aus Gerstengras, Petersilie, Brokkoli und Lauch. Bislang kannte ich nur Pulver für Smoothies, die aus einem einzigen Gemüse fabriziert werden, was natürlich vergleichsweise langweilig ist.

SemenVitae dagegen macht einen auf Konzept und ayurvedisch und auf höhere gesundheitliche Weihen.

Nun ja.

Mixt man sich einen Smoothie mit diesem Pulver (ich nehme meistens eine Birne, Eiswürfeln, einen TL Pulver und Wasser), dann fällt als erstes auf, dass der Pulverteil des Drinks sich nach oben absetzt. In der unteren Hälfte des Glases wird es schnell sehr wässrig. Das dauert kaum länger als eine Minute. Man muss also entweder sehr schnell trinken, oder immer mal wieder umrühren.

Leider wird er nach unten hin sehr schnell wässrig

Leider wird er nach unten hin sehr schnell wässrig

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Die Lieblingsmilch des Feuilletons

Ich hätte nicht gedacht, dass es dazu mal kommt. Aber nun ist es soweit: Die intelligenten Magazine des Landes schreiben über eine Tüte Milch. Gerade erst war etwas in brand1 über Frühlingsmilch.

Und nun schreibt auch die ZEIT einen Riesenartikel über diese wirklich sehr bemerkenswerte Milch:

Zeit für Milch: Das Feuilleton entdeckt ein neues Trendgetränk

Zeit für Milch: Das Feuilleton entdeckt ein neues Trendgetränk

Als ich vor ein paar Monaten über diese Milch bloggte, hätte ich nie geahnt, dass die „Öko Melkburen“ zu Stars des Feuilletons werden. Nun aber wäre ich nicht überrascht, wenn demnächst Spex ein Interview mit den Gründer Hans Möller führt.  Und Jan Böhmermann bringt vermutlich ein Video über die Marke im Neo Magazin.
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