Ein grüner Pulversmoothie, der nach Proseminar riecht.

Grüner Smoothie von SemenVitae... an irgendwen erinnert mich der doch.

Grüner Smoothie von SemenVitae… an irgendwen erinnert mich der doch.

Ich bin fasziniert. Von mir selbst. Genauer gesagt, bin ich fasziniert von meinem olfaktorischem Gedächtnis. Vor ein paar Wochen habe ich das Smoothie-Pulver „Himmelgrün“ von SemenVitae entdeckt. Das ist eins von mittlerweile gar nicht mal so wenigen Pülverchen, mit denen faule Menschen ihren Smoothie herstellen können.

Das besondere an den SemenVitae Pulvern ist, dass sie gemischt sind. Himmelgrün etwa besteht aus Gerstengras, Petersilie, Brokkoli und Lauch. Bislang kannte ich nur Pulver für Smoothies, die aus einem einzigen Gemüse fabriziert werden, was natürlich vergleichsweise langweilig ist.

SemenVitae dagegen macht einen auf Konzept und ayurvedisch und auf höhere gesundheitliche Weihen.

Nun ja.

Mixt man sich einen Smoothie mit diesem Pulver (ich nehme meistens eine Birne, Eiswürfeln, einen TL Pulver und Wasser), dann fällt als erstes auf, dass der Pulverteil des Drinks sich nach oben absetzt. In der unteren Hälfte des Glases wird es schnell sehr wässrig. Das dauert kaum länger als eine Minute. Man muss also entweder sehr schnell trinken, oder immer mal wieder umrühren.

Leider wird er nach unten hin sehr schnell wässrig

Leider wird er nach unten hin sehr schnell wässrig

Sonst aber: Schmeckt gut! Doch, ich mag diesen Smoothie wirklich gern. Er schmeckt zwar kein bisschen wie Gemüse, aber das hat ja auch niemand behauptet. Der Geschmack ist stattdessen erdig, ein wenig dumpf, nussig vielleicht. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. Wenn man genug Birne nimmt, in jedem Fall angenehm süß.

Was mich aber am meisten beeindruckt, ist der Geruch des Drinks. Ein wenig erdig und wie Talkumpuder, dabei aber sehr angenehm.

Am Anfang konnte ich nicht sagen, woran mich der Geruch erinnerte. Aber nach dem ca. 20sten Pulverdrink fiel es mir ein: So roch damals eine junge Dame, die an der Uni jede Woche in einem Proseminar über Poststrukturalismus  neben mir saß. Sie hatte kupferrote Haare und sagte sehr intelligente Dinge, bei denen der Professor begeistert nickte.

Möglicherweise hatte ich damals einen leichten crush on her. Ich habe es allerdings nie zuwege gebracht, sie anzusprechen.

Zu ärgerlich, dass es SemenVitae in den neunziger Jahren noch nicht gab. Sonst hätte ich sagen können: „Hey, Du riechst ja wie ein Pulversmoothie!“ Das wäre ein toller Icebreaker gewesen und alles andere hätte sich sicher von selbst ergeben.

So aber ist die Kupferhaar-Dame heute vermutlich Professorin an der Sorbonne und hat eine heimliche Ménage-à-trois mit Nicolas Sarcozy und Carla Bruni.

Doch ich schweife vom Thema ab.

Was ich eigentlich sagen will: Wer zu bequem ist, Gemüse zu kaufen und zu putzen, der ist mit diesem Pulver gut bedient. Keine Ahnung, ob SemenVitae gesund ist. Aber ein Gaumenkitzel ist es allemal.

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