Mit Methode vom Mönch zum Millionär

Headspace App

Die Headspace-App: So ähnlich wie Obst fürs Gehirn

Man muss Andy dazu gratulieren, dass er es schafft mit Headspace Geld zu verdienen. Jedenfalls ist er sein Star der Szene und wird gelegentlich als der „Jamie Oliver der Meditation“ bezeichnet.

Zwei Sachen finde ich ziemlich genial an der App:

Erstens gibt es keine hohen Hürden bei Headspace, wenn man nach dieser Methode meditieren will. Man muss nicht komisch sitzen, man muss nichts lesen, man muss keine Räucherstäbchen anzünden. Natürlich muss man auch kein Buddhist sein; man muss nicht einmal Buddha aus dem Baumarkt im Garten stehen haben. Man muss nur 10 Minuten aufwenden, still sitzen und die Augen schließen.

Zweitens ist die App als Kurs aufgebaut. Wer Headspace wirklich machen will, muss es abonnieren und jeden Monat zahlen. Keine Summen, die den Dalai Lama erzürnen würden, aber doch deutlich mehr als bei anderen Meditations-Apps. Vor ein paar Jahren hatte ich mir die App „Achtsamkeit“ heruntergeladen. Die kostete wohl so etwas wie 2,99 Euro. Dafür bekam ich eine geführte Mediation. Diese konnte ich auf eine mir genehme Länge zwischen fünf und 30 Minuten einstellen. Dazu kommen stille Meditationen, bei denen ich den Gongschlag timen kann. Und ein paar Achtsamkeitsmitteilungen, die ich über den Tag verteilen kann. Also eine ganze Menge Zeug fürs Geld. Es gibt auch diverse In-App-Käufe, die möglich sind für Leute, die mehr Meditionen austesten wollen. Habe ich aber nie gemacht, und ich vermute, dass diese In-App-Käufe auch bei anderen Nutzern eine eher sporadische Sache sind.

Hinter welcher App steckt der klarere Geist?

Die Meditation von Headspace selbst ist nicht viel anders oder viel besser als die Achtsamkeits-App. Aber das Geschäftsmodell als Abo ist einfach viel gewitzter – dahinter steckte wohl der klarerer Geist. Übrigens hat Andy Puddicombe die App nicht alleine ausgedacht, sondern mit seinem Partner John Sanders. Sanders war ursprünglich ein Schüler von Puddicombe. Puddicombe hatte Meditationskurse an Londoner Banker gegeben. Die Kurse waren so erfolgreich, dass viele Banker ihre Jobs hinwarfen und Restaurants oder Meditationsschulen eröffneten.

Der Erfolg brachte Andy und John auch dazu darüber nachzudenken, wie sie mehr Menschen erreichen konnten. S kam ihnen die Idee mit der App.

Ach ja – dass es zwei Leute sind, die einander kongenial ergänzen und die App damit groß machen erinnert mich (unoriginellerweise) an Steve und Steve – Jobs und Wozniak. Wobei der Vergleich ein wenig hakt: Paddicomb ist der fachliche Mastermind und wäre demnach Steve Wozniak. Allerdings ist Paddicombe auch das Aushängeschild, das Gesicht von Headspace und derjenige, der auf Tour durch die Talkshows zieht. Damit entspräche er dann also doch eher dem anderen, Rollkragen-Pullover Steve.

Die wirksamste Methode, mich zur täglichen Meditation zu bewegen

Was die App aus meiner Sicht gut macht, ist, dass es bislang die bei mir wirksamste Methode ist, mich zur täglichen Meditation zu bewegen. Jeder, der etwas Meditationserfahrung hat wird bestätigen können, dass es sehr schwierig ist, über einen längeren Zeitraum täglich zu meditieren. Für den positiven Effekt von Meditation ist es aber notwendig, dies wirklich über einen längeren Zeitraum durchzuhalten. Nur dann macht es etwas mit einem. Meditation ist vergleichbar mit dem Lernen einer Sprache oder dem Joggen: Wenn man das nur gelegentlich macht, erzielt man keine Fortschritte.

Nun besteht die Methode von Headspace zwar einfach nur darin, mich zahlen zu lassen. Das reicht bei mir. Ich könnte die tägliche Meditation auch mich der Achtsamkeits-App oder ganz ohne App haben, aber dafür fehlt es mir ganz offenbar an Disziplin und es ist einfacher für mich, wenn ich dafür zahle.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s