Wie mein Gehirn zwar keine Spitzenleistungen erbringt, ich es dafür aber sehr gemütlich habe

Meditative Lektüre: Wie das Gehirn Spitzenleistung bringt von den Karolien Notebaert und Peter Creutzfeldt

Meditative Lektüre: Wie das Gehirn Spitzenleistung bringt von den Karolien Notebaert und Peter Creutzfeldt

Seit einer Weile schon meditiere ich mit den Schlaf-Sessions von Headspace. Allerdings mache ich dabei einen Fehler.

In der Headspace App gibt es – ich hatte es in meinem Blog wohl schon erwähnt – Sessions zu Themen wie Happyness, Essen, Gehen, Fahrradfahren und was man sonst noch so tut, macht und braucht.

Die Schlaf-Sessions sollen einen nicht müde machen, sondern das Verhältnis von Körper und Geist zueinander ins Gleichgewicht bringen. Bei der Übung visualisiert man, wie sich der Körper von den Zehenspitzen an aufwärts mit Sonnenlicht füllt. Der ganze Körper soll von unten nach oben voll laufen mit Sonnenlicht. Ein schönes Bild.

Das Sonnenlicht, das ist natürlich der Geist – bzw. da es eine englischsprachige App ist, the Mind. Und der wird auf diese Weise mit dem Körper zusammengebracht.

Ich muss leider zugeben, dass ich diese Meditation meist fehlerhaft durchführe. Denn ich bin besonders morgens meist ein wenig faul. Daher meditiere ich nicht so, wie es richti wäre: auf einem Stuhl sitzend, mit gerade durchgedrücktem Rücken.

Sondern ich bleibe einfach im Bett unter der Decke liegen.

Falling Awake, nicht Falling Asleep

Das ist zwar nicht im Sinne der App. Denn man soll ja nicht müde werden. Wenn man im Sitzen meditiert, döst man auch praktisch nie weg. Und das Ziel des Meditierens ist schließlich falling awake, nicht falling asleep.

Anderseits ist Andy Puddicombe sicher ein sehr toleranter Guru. Er hätte wohl nichts dagegen, dass ich es zurzeit etwas lockerer angehe. Besser als gar nicht zu meditieren.

Beim Meditieren im Liegen werde ich aber nicht nur leichter schläfrig, sondern ich komme auch eher ins Grübeln.

Zum Beispiel denke ich darüber nach, ob ich nicht viel zu wenig meditiere. Ob ich statt täglich 15 Minuten nicht eigentlich täglich 15 Stunden meditieren sollte. 15 Stunden einfach nur stillsitzen und auf meinen Atem achten. Und das am besten in einer Höhle im Wald. Wie soll ich sonst je Erleuchtung finden?

Gott sei Dank lese ich gerade Buch, welches mich davon abhält. „Wie das Gehirn Spitzenleistungen bringt“ von Karolien Notebaert und Peter Creutzfeldt

Darin geht es auch um Meditation und Achtsamkeit. Aber es geht eben nicht um weltabgewandte Höhlen-Meditation, sondern um Übungen, mit denen man in seinen täglichen Alltag – sei das nun Küche, Kneipe, Büro oder Baustelle – mehr Achtsamkeit bringt.

Ein Buch geprägt von gnadenlosem Realismus

Es ist ein von gnadenlosem Realismus geprägtes Buch, das Typen wie mich viel zu gut kennt. Das Buch weiß genau, dass der Schreiber dieser Zeilen niemals auch nur eine Nacht in einer Höhle verbringen würden, weil es da schließlich kein W-Lan gibt und man dementsprechend auch nicht Better Call Saul streamen kann.

Ich kann es nicht leugnen – wer wie ich aus lauter Bequemlichkeit im Liegen meditiert, wird kaum eine Höhle emigrieren.

Daher hält das Buch diverse Übungen dafür bereit, wie man Meditation nutzen kann, um mehr Achtsamkeit in seinen Alltag zu transportieren. Beim Zähneputzen, beim Arbeiten, beim Essen. 2 Seiten handeln auch vom Meditieren mit Kindern. Die Seiten werde ich demnächst mal Jacob und Hanno vorlesen. Ich bin gespannt auf das Gesicht, das meine Kinder dann machen.

Also, wer es wie ich ein wenig bedauert, dass es zu Headspace noch kein passendes Buch gibt, dem kann ich das Buch von Notebaert und Creutzfeld sehr empfehlen.

Karolin Notebaert, Peter Creutzfeldt: Wie das Gehirn Spitzenleistung bringt. Mehr Erfolg durch Achtsamkeit. Methoden und Beispiele für den Berufsalltag.

Frankfurter Allgemeine Buch 2015. 24,90 Euro

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3 Gedanken zu “Wie mein Gehirn zwar keine Spitzenleistungen erbringt, ich es dafür aber sehr gemütlich habe

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