Panikherz von Stuckiman

Panikherz

Panic! at the Disco

Über das neue Buch Panikherz von Benjamin von Stuckrad-Barre ist so viel geschrieben, geredet und gesendet worden, dass die Meinung dieses Blogs dazu herzlich egal ist.

Sie dürfen den Artikel dieser Woche also gern überspringen liebe Leserin, lieber Leser.

Für alle, die sich trotz allem dafür interessieren, was mir zu Panikherz einfällt, mache ich es kurz und schmerzlos. Ich verspreche: Egal, was Ihr bislang alles über das Buch gelesen habt, das hier wird neu für Euch sein. Freilich auch völlig belanglos.

Vor etlichen Jahren besuchte ich an der Hamburger Uni ein germanistisches Hauptseminar zur deutschen Gegenwartsliteratur. Die Nuller-Jahre hatten gerade Fahrt aufgenommen und so stand  natürlich auch Solo-Album  auf dem Plan. Und zu dem Seminar kam – kein Witz – Benjamin von Stuckradt-Barre höchstselbst als Überraschungsgast und erzählte etwas zu dem Buch. Dummerweise war ich gerade in der Woche nicht im Seminar (weil, ganz banal, geschwänzt). Zu blöd.

 

Kürzlich war ich zur langen Nacht der Zeit im Hamburger Thalia Theater. Moritz von Uslar interviewte Maria Furtwängler. Kurz vor Beginn sah ich wie Benjamin vo Stuckrad Barre in der ersten Reihe Platz nahm. Er trug einen weißen Mantel. Als die Veranstaltung zu Ende war, sah ich am Thalia Ausgang BVSB das Haus verlassen. Nur im Anzug, ohne Mantel. Sonderbar, dachte ich. Wo ist bloß der Mantel?

Was in Panikherz genau so ist, wie in Soloalbum sind zwei stilistische Marotten von BVSB. Die VERSALIEN und der Doppelpunkt. Auf jeder Seite gibt es ein paar Worte, die komplett in VERSALIEN geschrieben sind. „ABGESCHOSSEN“ „IN ECHT“ „MACHE MICH SCHLAU“ „SELBST“ „NEUERFINDUNG“.

Außerdem setzt BVSB sehr gern ein Satzzeichen ein: den Doppelpunkt. Das geht gleich auf der ersten Seite los: „Udo konnte sich nicht entscheiden, welchen er mitnimmt, hatte keine Hutschachtel griffbereit, also war für den Zweithut die sicherste Beförderungsart: Mein Kopf.“

Was neu, also anders ist, als bei Soloalbum: Es geht nicht mehr um Marken, sei es die richtige Klamottenmarke oder die richtige Getränkemarke. Das war in Soloalbum ja noch entscheidend.

Statt Marken sind es hier Musiker und Schriftsteller. Die werden rauf und runter zitiert. Ich fand am schönsten das Max-Goldt-Zitat (zweites Max Goldt Buch, 80er Jahre): „Und ob er das dann ungeduscht, geduzt und ausgebuht am Durchgang zu Küche und Klo vor fünf Trinkern singt oder aber überbezahlt und gefeiert vor 200.000 Menschen im New Yorker Shea Stadium – es ist egal.“ Wobei mir schmerzlich einfiel, dass ich dieses Max Goldt Buch – „Ungeduscht, geduzt und ausgebuht“ mal mein Eigentum nannte, dann aber wohl bei irgendeinem Umzug irgendwo vergessen haben muss. Wer es findet, möge es mir bitte zuschicken.

So. Das war nun mein Beitrag zu Panikherz. Lest es, Ihr werdet es nicht bereuen.

PS.: Nebenher bin ich noch zum Udo Fan geworden. Und höre jetzt ständig seine alten und seine Best of CDs

Lindenberg

 

 

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Ein Gedanke zu “Panikherz von Stuckiman

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