Sekundärliteratur für den US-Wahlkampf: House of Cards, Staffel 4

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House of Cards: Frank Underwood ist grau geworden. Und noch blutrünstiger.

(Enthält kleinere Spoiler!)

Frank Underwood, gespielt von Kevin Spacey, geht ins Rennen um das Amt des US-Präsidenten. Und er ist zerstörungswütiger und blutrünstiger denn je. „We don’t submit to terror. We make the terror“ ist nur eines von vielen Zitaten, welches dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Allerdings zeigt Präsident Underwood auch Schwäche, mehr noch als in der dritten Staffel. Seine Haare sind grau geworden, seine Gesundheit angeschlagen, seine Ehe liegt (in der ersten Hälfte der Staffel) in Trümmern – man muss sich um ihn sorgen. Dass seine körperlich schwache Verfassung ein Hindernis im Wahlkampf wird, ist eine interessante Parallele zu den Spekulationen über Hillary Clinton, die sich am 11.September 2016 bekanntlich auch nur mit letzter Kraft in ihre schwarze Limousine schleppte.

Noch deutlich bemerkenswerter sind allerdings die Parallelen zwischen dem TV-Kandidaten der Republikaner und dem echten republikanischen Kandidaten:Beide sind verabscheuungswürdige Kerle. Beide sind Social Media Stars. Beide haben „Pussy“ gesagt. Die Geschichte nimmt viele Wendungen. Die letzten drei Episoden, in denen es um eine nervenaufreibende Geiselnahmen geht, wirken ein klein wenig dran geklatscht, nichtsdestotrotz sind sie superspannend.

Bemerkenswert: Frank Underwood macht sich und seiner Frau das Frühstück selbst. Ich hätte getippt, dass man als Präsident dafür seine Leute hat – aber nein, er schmiert die Erdnussbutter Sandwiches höchstselbst.

Alles in allem extrem sehenswert. Ich will aber nicht verschweigen, dass die Serie ein kleines Problem hat: Denn die House of Cards strebt einem natürlich Ende zu. Dieses wäre erreicht, wenn Frank Underwood zum Präsidenten gewählt wird. Im Grunde war dieses Ende natürlich schon mit dem Ende der zweiten Staffel erreicht, als Underwood – knockknock – ins Oval Office einzog. Da war er aber noch nicht gewählt.

Ich frage mich, wie es nun in der nächsten Staffel weitergehen wird. Es ist nicht ganz auszuschließen, dass die Story noch in die Länge gezogen wird, einfach weil Netflix in den Erfolg der Serie so verliebt ist und immer weiter machen will. Das könnte dann zunehmend bemüht wirken, so wie es gelegentlich in dieser Staffel schon bemüht wirkte. Dennoch: Ich empfehle House of Cards noch vor dem 8. November zu schauen!

PS, am 16. November: Noch eine frappante Parallele: Der Vater von Frank Underwood war beim KKK – ebenso wieder der Vater des aktuellen President elect! Ein Unterschied zwischen den beiden ist freilich: Frank Underwood ist sehr intelligent.

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2 Gedanken zu “Sekundärliteratur für den US-Wahlkampf: House of Cards, Staffel 4

  1. Tolle parallele gezogen. Interessant, dass ein Land die solche Serie jener seine eigene Corruption es Schaft, solche Kandidaten zur Wahl zu stellen.
    I know who I’m voting for, but that’s a different story.

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