Gelesen: Der ganz normale Change Wahnsinn

IMG_4083Zunächst einmal: Die Bücher aus dem Murmann Verlag sind in aller Regel eine große Freude. Man spürt hier immer eine Idee und ein Konzept, welches dann auch klug umgesetzt wird.

Zum Buch Musterbrecher beispielsweise organisierte der Verlag einige Vorträge der Autoren; der Film zum Buch ist auch in dem Verlag erschienen.

Auch optisch und haptisch wirken die Murmann Bücher wie Bücher, die man gern zur Hand nimmt.

In dieser Hinsicht sticht Der ganze normale Change Wahnsinn selbst unter den sowieso schon immer tollen Murmann-Büchern hervor. Das ist nochmal etwas toller. Tolles Cover, toll gesetzte Schrift, tolle Comic Grafiken. Tolltolltoll wie das aussieht und sich anfühlt!

Nun soll man ein Buch bekanntlich nicht nach seinem Umschlag beurteilen. Und was den Inhalt angeht, war ich dann nicht ganz so begeistert. Man erwartet ja einiges, bei diesem Titel und dieser Aufmachung. Weiterlesen

Reicher & Geiler

Jeremy Gutsche Schneller und Besser BuchDer Titel dieses Buches ist schon mal ziemlich platt: „Schneller & Besser“ – das hört sich an, wie die jüngste Service-Kampagne der Deutschen Bahn oder eine LIDL-„Qualitätsoffensive“.

Wobei man ja weiß, wie solche „Kampagnen“ und „Offensiven“ ausgehen – sie versanden im Nirgendwo.

Jeremy Gutsche schreibt für Leute, die auch Tim Ferriss (4. Stunden Woche) lesen oder Ryan Holiday  („Growth Hacker Marketing“) oder Neil Strauss („The Game“)

Siegessicher, aber unter Bullshit-Verdacht

Autoren, die für ein Online-geprägtes, junges, eher männliches Publikum schreiben. Leser, die mit 17 vom eigenen Start-up träumen, nicht von der eigenen Punk-Band. Sie schreiben unterhaltsam und siegessicher, stehen dabei aber auch immer unter Bullshit-Verdacht.

Letztes Jahr hatte ich ein sehr kurzweiliges Buch von Gutsche gelesen, das mit gut gefiel: Zündstoff war anders als das übliche Wirtschaftsbuch. Und mit vielen Bilder exzellent aufgemacht.

„Schneller & Besser“ ist so etwas wie die Extended Version von Zündstoff. Es gibt keine Bilder, dafür aber vier mal so viel Text. Und Fremdwörter wie „Konvergenz“, „Divergenz“ und „Zyklizität“.

Hört sich jetzt vielleicht nach viel Theorie an. Tatsächlich aber ist das Buch voller     Praxis-Beispiele.  Es strotzt nur so vor Praxis – und genau das ist das Problem. Weiterlesen

Beim Meditieren geht mir ein Licht auf. Ein Licht von Philips.

Philips Lichtwecker Wake Up

Philips Lichtwecker Wake Up

Die Meditationsapp Headspace bietet Meditationsstrecken zu Themen wie Essen, Trinken, Radfahren, Gehen oder Schwanger sein an. Also zu den elementaren Dingen des Lebens.

Die Strecken bestehen jeweils aus 30 aufeinander aufbauenden Meditationen. Die einzelnen Meditationen kann man sich nach eigenem Geschmack auf 10, 15 oder 20 Minuten einstellen. Nach Möglichkeit sollte man sie täglich durchführen.

Bevor die eigentliche Meditation startet, erzählt Andy Puddicombe stets ein paar grundlegende Dinge.

Headspace Meditation für besseren Schlaf

Ich mache seit einiger Zeit die Meditationsstrecke zum Thema Schlafen. Bei dieser Meditation soll man nicht etwa müde werden. Vielmehr soll man seine Einstellung zum Thema Schlafen überdenken und ändern.

Andy gibt auch Ratschläge für guten Schlaf, die mit Meditation nichts zu tun haben, sondern eher allgemein zum Thema Achtsamkeit gehören. Zum Beispiel: Vorm Schlafengehen nicht schwer essen, keinen Alkohol trinken und nicht am Computer arbeiten oder fernsehen. Und, ganz zentral, Rituale etablieren. Denn der Körper liebt Gewohnheiten.

Andy empfiehlt auch, digitale Geräte aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Also auch das Mobiltelefon. Viele Menschen benutzen ihr Phone ja als Wecker; Andy empfiehlt, lieber auf einen old-style Wecker umzurüsten.

An diesem Punkt muss ich stolz erklären, dass ich dem Guru seit gut einem Jahr zwei Schritte voraus bin. Denn da wo, ich schlafe, da findet sich kein iPhone. Früher hatte ich das mal anders gehandhabt, als ich die Weckfunktion benutzt habe.

Es kam mir dann aber irgendwie falsch vor, wenn ich morgens noch vor dem Aufstehen, Mails, Facebook und Spiegel online gecheckt hatte.

Lichtwecker Wake-up Light von Philips

Philips Lichtwecker

Philips Lichtwecker Wake Up

Eines Tages las ich, dass es halbwegs erschwingliche Lichtwecker gibt. Die sind zudem auch außerordentlich schön im Design und machen sich auch als Nachtischlampe hervorragend.

Ich schaffte mir also den Lichtwecker Wake up von Philips an. Der simuliert zur gewünschten Zeit einen Sonnenaufgang. Das heißt, das Licht geht gaaaanz langsam an. Und es ist ein sehr natürliches, angenehmes Licht, das auch morgens um halb sieben nicht in den Augen schmerzt. Wer will, kann auch Vogelgezwitscher einstellen oder Radio. Mir reicht aber das Licht.

An den meisten Tagen der Woche erledigen den Weck-Job sowieso meine Kinder für mich. Aber an den anderen Tagen sorgt die Firma Philips in meinem Schlafzimmer für meditativ-entspanntes Wachwerden.

 

 

 

 

Mein Interview mit dem Breaking Bad Star: RJ Mitte in Berlin Mitte

RJ Mitte (23) ist ein Multitalent: Am bekanntesten ist er für seine Rolle in Breaking Bad. In fünf Staffeln hat er Walter White Junior gespielt und ist damit zum internationalen Star geworden. Außerdem modelt er. Und ist DJ. Und Speaker für einige Stiftungen. Filme dreht er auch noch „I am always working, keeping myself busy,“ sagt er mir.

Jetzt ist seit drei Tagen in Berlin. Anlass: Die Fashion Week startet heute und er wird über den Laufsteg spazieren. Ob mit oder ohne angeschnallten Brüsten, wie kürzlich in Mailand, das steht noch nicht fest.

Nett von ihm, dass er sich trotzdem die Zeit für ein kleines Interview mit diesem Blog nimmt. imeinkaufswagen.com gehörte zu den ersten, die in Deutschland über Breaking Bad geschrieben haben, insofern passt das schon. Auch wenn hier sonst nicht so viele Celebrity-Storys erscheinen.

Wir telefonieren. Ich wähle mich in eine Konferenz ein. Er schaltet sich dazu, ganz ohne irgendeinen Manager, der mir sagt, was ich fragen darf und was was nicht. „Hi, this is RJ, how are you.“ Weiterlesen

Blogger Relations, Worst Case Scenario. Teil 1

Man hört so dies und das über „Blogger Relations“. Blogger Relation ist in etwa die Fortführung von Press Relation – statt Journalisten versuchen Unternehmen und Agenturen Blogger als Multiplikatoren zu erreichen.

Mein kleiner Blog bekommt gelegentlich auch mal Post: Pressemeldungen, Angebote neue Produkte zu testen  oder Einladungen zu Veranstaltungen.

Das finde ich prima – denn auch wenn ich in 90 Prozent der Fälle keine Verwendung für diese Angebote habe, ist es doch immer ein angenehmes Gefühl, beachtet zu werden.

Gelegentlich kommt es aber auch zu bizarren Anbandelungsversuchen. Und zwei davon will ich mal dokumentieren, ohne sie lange zu kommentieren. Weiterlesen

Gelesen: Operation Shitstorm. Berufsgeheimnisse eines professionellen Medien-Manipulators. Von Ryan Holiday

Operation Shitstorm von Ryan Holiday

Operation Shitstorm von Ryan Holiday

Geht es um die Verbreitung von News im Social-Media-Zeitalter, wird gern dieses Zitat eines unbekannten Amerikaners angeführt: „Wenn eine Nachricht wirklich wichtig ist, dann wird sie mich finden“. Dieser Spruch spiegelt eine der großen Verheißungen des digitalen Lebens wider: Bei der Auswahl von Nachrichten dient nicht mehr ein Journalist, sondern das soziale Netzwerk als Gatekeeper. Im eigenen Newsfeed würde man nur noch die für einen relevanten Nachrichten finden. Die Schwarmintelligenz soll alles Banale abfischen, bevor man seine Zeit damit verschwendet.

Eine schöne Idee – nur leider völlig falsch. Das jedenfalls behauptet Ryan Holiday in Operation Shitstorm. Berufsgeheimnisse eines professionellen Medien-Manipulators.

Soziale Medien, so Holiday, hätten keineswegs dazu geführt, dass uns nur noch die wirklich wichtigen Nachrichten erreichen. Sondern dazu, dass wir mehr als je zuvor einem Getöse aus zur Sensation aufgepumpten Banalitäten ausgesetzt sind.

Ryan Holiday, Jahrgang 1987, ist als Marketing-Direktor für American Apparel bekannt geworden. Für das Modelabel und dessen umstrittenen Gründer Dov Charney hat Holiday schrille Kampagnen inszeniert. Dabei war er war überaus kreativ, wenn es galt, hinter den Kulissen die Strippen zu ziehen: Seine Methode bestand häufig darin, zunächst kleinere Blogs zu bearbeiten, weil sich Meldungen dort am leichtesten platzieren lassen. An diese Blogs schickte er – gern auch von einer falschen  Mailadresse – vermeintliche Enthüllungen oder pseudo-geleakte Bilder von Foto-Shootings. Wurde diese Meldungen erst einmal aufgegriffen, sorgte Holiday selbst für die weitere Verbreitung in größeren Medien. So jagte er die Meldung die Nachrichtenleiter Sprosse für Sprosse hoch zu den größeren Blogs und zu weiteren Medien. Bis sie schließlich in den bundesweiten Abendnachrichten angelangt war. Weiterlesen

innocent vs true fruits vs Schulz vs Böhmermann, Teil 4

Lange nichts mehr von meinen Lieblings-Smoothies innocent und true fruits gehört. Was machen die eigentlich? Gibt’s die in 2015 noch?

Ich habe in letzter Zeit eher brizzelnde Sachen wie Fritz Cola, BioZisch oder Almdudler getrunken. Die viel gesünderen Smoothies sind im neuen Jahr bislang irgendwie durch den Rost gefallen.

Dann aber, am vergangenen Sonntag: Bei Sanft & Sorgfältig von Olli Schulz und Jan Böhmermann ging es plötzlich um Smoothies! Und zwar nicht um irgendwelche, sondern um die von true fruits. Olli Schulz hatte sich den Grünen Smoothie gerade bei Aral gekauft und las nun den ziemlich witzigen Text vom Etikett vor.

Kam innocent auch vor? Sorry, leider nein. Die Sendung ist true fruits only. Jan Böhmermann zeigte sich übrigens bestens informiert über das Unternehmen – wusste, dass die aus Bonn kommen und dass es die Flaschen bei Rewe gibt. Hat dann auch gleich noch ein Referat darüber gehalten, wie schwer es für kleine Firmen wird, wenn Rewe sie auf einmal mit ihren Eigenmarken kopiert, aber egal. Weiterlesen