Kleine Mitmach-Aktion: Befragung zur Beziehung von Bloggern und Lesern

Heute etwas ganz anderes: Anja Briehl von der Universität Hohenheim führt gerade einen Umfrage zur Beziehung zwischen  Bloggern und ihren Lesern durch. Schönes Thema.

Wer etwas für die Wissenschaft tun will, klickt also bitte hier und beantwortet die Fragen. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa 15 Minuten. Unter allen Teilnehmern der Leserbefragung werden 25 Amazon-Gutscheine im Wert von jeweils 20 Euro verlost. Weiterlesen

Tatort BILD

BILD heute mal wieder: Auf Seite 1 wird Schauspielerin Sibel Kekilli zur Gewinnerin des Tages gekürt. Der Anlass: Die Schauspielerin wurde für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert.

Was wirklich dahintersteckt: BILD hat seit acht Jahren (zu Recht)  ein schlechtes Gewissen. Denn 2004 berichtete BILD nicht nur über Pornofilme, in denen Kekilli irgendwann vor 100 Jahren angeblich mal mitgespielt haben soll. Sondern drohte der Schauspielerin damals auch. Sibel Kekelli sprach von Medienvergewaltigung.

Ich bin ziemlich sicher, dass Sibel Kekilli nicht der letzte Tatort Komissar in der Gewinner-des-Tages-Spalte bleibt wird. Mein heißer Kandidat für den nächsten Ermittler in der Spalte: Til Schweiger. Der hat zwar in keinem Porno mitgespielt. Er hat sich aber als BILD Testimonial auf eine gewisse Art und Weise ebenfalls nackig gemacht.  Herr Diekmann wird’s danken.

PS.: Komisch übrigens, dass BILD erst am 25. April über die Nominierung berichtet. Diese steht schon erheblich länger fest. BILD halt mal wieder.

KRAFT, KOCKS, GABRIEL

Drei Personen des öffentlichen Lebens sind mir in letzter Zeit besonders durch ihre Social Media Aktivitäten aufgefallen. Hannelore Kraft, Sigmar Gabriel und Klaus Kocks. Die drei nutzen soziale Medien auf unterschiedliche Weise, mit unterschiedlichem Erfolg und unterschiedlich clever.

Ladies first: Hannelore Kraft twittert seit dem 20. März, also ziemlich genau seit Beginn des Wahlkampfs NRW.

Der erste Tweet lautete: „Tag beginnt um 5:30 mit 1,5 h Sport Ausdauer- und Aufbautraining. Anschließend Frühstück mit meiner Mutter. Dann Abfahrt nach Düsseldorf.“

Der zweite Tweet las sich so: „Habe jetzt Hunger. Kurzes Mittagessen. Danach Pressestatement und Kabinett.“

Wenn Hannelore Kraft eigenhändig in die Tasten haut, unterzeichnet sie mit HK, ansonsten steht TK – für Team Kraft dahinter. Manchmal ist man sich nicht einig, wer getwittert  hat  – wie zum Beispiel der Tweet vom 30. März um 4.17 Uhr „Zitat“, dann steht kein Kürzel dahinter.

Frau Kraft protokolliert in erster Linie ihren Arbeitstag. Mitunter gibt sie auch eine Meinung zur Tagespolitik von sich, aber das steht im Hintergrund. Man mag das als belanglos abtun, aber mir gefällt, dass sie nicht tut als sei Twitter eine Laser-Wunder-Kanone, mit der sie Obama-mäßig den Pott aufmischen wird. Sie macht aus Twitter nicht mehr als einen Kurznachrichtendienst. Und in ihren Tweets macht sie auch nicht mehr als eine NRW-Ministerpräsidentin im Wahlkampf. Reicht ja beides.

Natürlich könnte sie auch einfach ihren Terminkalender auf ihre Webseite stellen. Aber den würde sich kaum einer anschauen, wohingegen sie bei Twitter 3.500 Follower hat.

Ganz anders Sigmar Gabriel. Gabriel betreibt eine Facebook-Fanseite mit mehr als 10.000 Fans. Diesen nutzt er seltener als Kraft ihren Twitter Account, aber er ist schon ziemlich rege. Hauptaktivität: Sich selbst loben und den politischen Gegner als ahnunglos beschimpfen .

Seine Postings lesen sich zum Beispiel so:

„blablabla  unfassbar, dass der CDU- Bundesfinanzminister Schäuble „Verständnis“ für die Schweizer Behörden äußert blablabla….“

oder so

„blablabla Die Sozialdemokratie ist bereit, den Fiskalpakt so zu gestalten, dass er wirksam wird. blablabla….“

oder so

„Blablabla nach dem Ausstiegsbeschluss scheint die Merkel-Koalition ihre Arbeit eingestellt zu haben blablabla….“

Natürlich gab es auch den berühmten „Israel = Apartheits-Regime“ Kommentar. Aber dass es Gabriel über Facebook  in die Tagesschau schafft, ist die Ausnahme.

Okay, man kann Gabriels Postings natürlich auch gut finden. Das Hauptproblem besteht meiner Ansicht nach darin, dass Facebook ein Dialogmedium ist. Hier sollen die Fans und Freunde Frage stellen, eine Diskussion soll in Gang kommen, die Beziehung zwischen Kunde und Marke am köcheln gehalten werden.

Kommentare bei Facebook sehen blöd aus, wenn keiner auf sie reagiert. Da sich aber sehr häufig entweder Parteifreunde mit Schulterklopfen oder aber politsche Gegner mit „Wie-blöd- ist-der denn?!“ zu Wort melden, sind die „Diskussionen“ in den Kommentarspalten in der Regel bestenfalls belustigend, im Grunde aber ein Hinweis darauf, dass Facebook nicht das Format für eine sachliche politische Diskussion ist. Nicht selten eskalieren die Diskussionen wie bei einem Justin Biber Clip auf Youtube. Dort hauen sich Justin-Fans und Justin-Hasser regelmäßig verbal die Köpfe ein.

Außerdem: Gabriel „gefallen“ ausschließlich Seiten der SPD – entweder von einzelnen Politikern, oder Landesverbänden. (Sogar bei Andrea Nahles hat er „Gefällt mir geklickt, haha). Schade. Wenn er nicht-politische Seiten liken würden – seien es Hannover 96, Udo Lindenberg oder Sahnetorte – wäre er deutlich interessanter.

Vielleicht darf man die Seite auch so verstehen, dass ein künftiger Kanzlerkanditat vor allem auf Fehler-Vermeidung bedacht ist.

Und dann ist da noch Klaus Kocks. Kein Politiker, sondern Kommunikationsberater. Um eine pointierte Meinung zum politischen Zeitgeschehen nie verlegen. Interessant, dass Klaus Kocks auf Facebook kein Fan von Sigmar Gabriel ist, obwohl sie im wahren Leben Freunde sind.

Kocks erweist sich auf Facebook als wahre Laberbacke. Nein, das muss ich zurück nehmen. Kocks gibt zwar viel von sich und das oft. Mehrmals am Tag. Aber immer interessant und gehaltvoll. „Eloquent“ passt also viel besser als „Laberbacke“. Sorry.

Kocks meldet sich mit Aufsätzen, langen Kommentaren zu Schlecker, Wulff, Piraten, Grass etc. Dazu kommen Gedichte (nicht selbstgeschrieben), Reisenotizen, Leseempfehlungen, Fotos aus Bars, Tipps zu Kulinarik und Uhrenkauf. Als Kommunikationsberater hat man offenbar zu allem eine Meinung. Und viel Zeit für Facebook.

Seine beste Zeit hat KK Sonntag morgens ab fünf Uhr. Nicht mal am Ostersonntagmorgen vor Sonnenaufgang konnte er das Posten lassen. Und während Sigmar Gabriel  Kommentare einfach laufen lässt, diskutiert KK dort immer kräftig mit, antwortet, klickt gefällt mir.

Vielleicht leidet Kocks an Schlafstörungen. Vielleicht ist er facebooksüchtig. Vielleicht auch ein vierzig Jahre zu früh geborener Digital Native, der automatisch alles postet, was er denkt und tut.

Auf jeden Fall ist bemerkenswert, dass KK offenbar Tag und Nacht bei Facebook rumhängt. Ich will daher einfach mal die These aufstellen,  dass KK seinen Account nicht selber pflegt.  Es scheint mir wahrscheinlich, dass er ein paar Mitarbeiter posten lässt. Alles andere wäre einfach Quatsch: KK hat weniger als 4000 FBK Freunde. Wenn er in einer Talkshow auftritt – was er ständig tut – erreicht er mehrere Millionen Menschen. Da wird er sich bei FBK nicht für ein paar Zerquetschte abrackern.

Wahrscheinlich  nutzt er Facebook zur Persönlichkeitserweiterung. Facebook als Forum, um seine Bildungsbürger Seite  zu zeigen. Sehr her, ich kann auch Latein! Und zitiere Schiller! Nicht, dass der Krawallmacher aus Maischberger alleine in der Öffentlichkeit steht.

Ist nicht dumm, auf jeden Fall besser als Sigmar Gabriel, der nur den digitalen Aufguss des Talkshow-Gabriel gibt.

Am besten aber gefällt mir Hannelore Kraft mit ihrer unbekümmerten Art.

PS.: 9 Mai 2012: Den Twitter Account vom künftigen Kanzler finde ich tatsächlich gut, ganz außerordentlich sogar!

PINTEREST

In der Netzwirtschaft der FAZ gibts heute einen Artikel über Pinterest: Die Foto-Plattform gilt derzeit als das nächste ganz heiße Ding im Social Web. Nun aber gibt‘s Schwierigkeiten. Die User pinnen nämlich Bilder, ohne sich dabei groß um das Urheberrecht zu scheren

Pinterest bietet daher nun ein Programm an, dass es Seiten mit urheberrechtlich geschütztem Material erlaubt, die Bilder für Pinterest unbrauchbar zu machen. Blöd für Pinterest, dass Flickr und Yahoo sofort davon Gebrauch gemacht haben. Nun lassen sich Flickr und yahoo Bilder nicht mehr pinnen, jedenfalls nicht wenn sie urheberrechtlich geschützt sind. Das könnte ein ziemlicher Setback für Pinterest werden, so die FAZ.

Was ich an Pinterest derzeit so interessant finde: Natürlich wird die Plattform oft mit Facebook verglichen. Nicht, weil sie eine ähnliche Funktion hat, sondern weil nun einmal jeder neue Shooting Star irgendwie an fbk gemessen wird. Und ich finde Pinterest macht eine deutliche Schwäche der Zuckerberg-Plattform so richtig deutlich. Pinterest sieht nämlich richtig gut aus, was die Hässlichkeit von fbk umso augenscheinlicher macht. fbk-Design war schon immer eher form follows function. Aber wenn ich das jetzt noch einmal neben Pinterest (oder auch zum Beispiel neben der ähnlichen Plattform thefancy.com) halte, wird es offensichtlich, wie unansehnlich Facebook ist.

Was vielleicht daran liegt, dass Mark Zuckerberg ein Kapuzenpulli-Nerd ist, der sich um Aussehen nicht so sehr kümmert. Die Chronik bzw. Timeline bietet mitterweile sicher ein paar Möglichkeiten, mehr aus der Seite zu machen. Aber die normale Newsfeed Ansicht, mit den immer aufdringlicher werdenden Anzeigen ist wirklich nicht schön.

Interessant dagegen, wenn man sich Pinterest Gründer Evan Sharp daneben anschaut: Sorgfältig getrimmter Drei Tage Bart, Designer Brille, weißes Hemd, schwarzes Anzug. Wahrscheinlich ist Sharp ein Nerd, aber einer mit Sinn für Stil, jedenfalls mit mehr davon als Mark Zuckerberg.

Wo bleibt der CEO-Blog?

Heute ein ganz besonderes Tierchen im Zoo der Blogs: Der CEO- Blog.

Blog und CEO – das könnte eine marriage made in heaven sein. Denn der Vorstand eines Unternehmens sollte doch jemand sein, der nicht nur in seinem Unternehmen etwas zu sagen hat. Sondern davon auch was erzählen könnte. Was geht ab in der Branche, wie wird sein Unternehmen mit der Wirtschaftskrise fertig, was gabs zum Frühstück, etc.

Blogs sind ihrem Wesen nach subjektiv und schnell. Perfektes Forum für einen CEO sich als meinungsstark zu profilieren und als Markebotschafter für sein Unternehmen zu wirken. Weiterlesen

Top of the Blogs, Teil 1: Ein sehr witziger Medienblog

Da ich in letzter Zeit so viele Blogs lese und mir so viele davon so ausgesprochen gut gefallen, werde ich in loser Reihenfolge die besten vorstellen.

Den Anfang macht:  Richard Gutjahrs Blog.

gutjahr.biz/blog/ gehört zu den meist gelesenen deutschen Blogs. Dabei polarisiert er tüchtig: Er hat viele Fans, aber vielen Leuten scheint er auch auf den Keks zu gehen (zum Beispiel den Social Media Experten http://www.facebook.com/smexperten) . Jedenfalls ist das mein Eindruck nach meiner überhaupt nicht wissenschaftlichen und rein vom Zufall gelenkten Netzrecherche. Weiterlesen