Gelesen: Matching. Marketing-Entscheider im Dialog / Agentur-Chefs im Dialog. Von Heiko Burrack

Matching von Heiko Burrack

Matching von Heiko Burrack

Wie finden Agentur und Kunde zueinander? Der Weg zur langjährigen, guten Beziehung ist für beide Seiten jedenfalls kein leichter. Denn schon bei der Akquise gehen die wenigsten Agenturen systematisch und strategisch vor. Stattdessen verlassen sie sich meist auf zwei Faktoren: Auf Empfehlungen und auf Glückstreffer.

Auf der anderen Seite gilt auch für Entscheider auf Unternehmensseite, dass sie bei der Auswahl der Agentur vieles dem Zufall und dem Bauchgefühl überlassen. Und gerade bei Pitches haben viele Unternehmen bei der Ausschreibung keine konkreten Ziele vor Augen. Im schlimmsten Fall will man nur einmal die bestehende Agentur herausfordern.

Heiko Burrack hat sich mit dem Buch „Erfolgreiches New Business für Werbeagenturen“, erschienen 2009, einen gewissen Namen im Bereich Neugeschäft gemacht. In „Matching“ liegt der Schwerpunkt nun auf O-Tönen von Marketing-Entscheidern auf der einen Seite und Agentur-Chefs auf der anderen Seite. Außerdem kommen weitere Branchenkenner, zum Beispiel Pitchberater, zu Wort. Weiterlesen

Gelesen: Kommunikation und Social Media, Brand Content, Anders denken

Drei Bücher, die ich kürzlich gelesen habe:

Melanie Huber: Kommunikation und Social Media 

Melanie Huber: Kommunikation und Social Media

Melanie Huber: Kommunikation und Social Media

Die Welt der sozialen Medien ändert sich rasant. Entsprechend schwierig ist es, ein Buch zum Thema zu verfassen, das bei Erscheinen nicht bereits von neuen Entwicklungen überholt wurde. Daran aber krankt leider die dritte Auflage „Kommunikation und Social Media“. Bei der Auflage von 2010 mag es noch passend gewesen sein in aller Breite zu erklären, warum Twitter wichtig ist, und dass es bei Facebook um „Kontakte, Kontakte, Kontakte“ geht. Heute aber ist das – bei einem Fachbuch für Kommunikationsprofis! –  reichlich überflüssig.

Bei Diensten wie Mister Wong hat die Autorin die jüngeren Entwicklungen offenbar nicht mehr rechtzeitig mitbekommen; und spannende Dienste wie tumblr oder Soundcloud kommen erst gar nicht vor. Schade, denn von diesem Verlag ist man in der Reihe „PR Praxis“ sonst vorzügliche Bücher gewohnt.

Kommunikation und Social Media. Melanie Huber. 3. überarbeitete Auflage (14. August 2013). UVK Verlagsgesellschaft, 228 Seiten, 29,99. ISBN-13: 978-3867643801

Andreas Baetzgen, Jörg Tropp: Brand Content. Die Marke als Medienereignis

Brand Content

Brand Content

Spätestens seit Felix Baumgartners Sprung vom Himmel ist „Brand Content“ das beherrschende Schlagwort der Kommunikationsbranche. Denn die mediale Aufmerksamkeit, die Red Bull 2012 mit der Stratos-Aktion erzeugte, gilt seitdem als Messlatte für alle Marken, die eigene News und Stories produzieren wollen. Weiterlesen

Gelesen: „Think Content!“ von Miriam Löffler

Think Content! von Miriam Löffler
Think Content! von Miriam Löffler ist das Standardwerk zum Thema Content Marketing

„Content“ ist das Schlagwort der Stunde. Spätestens seit Felix Baumgartners Sprung aus luftigen Höhen und der brillanten Vermarktung durch Red Bull setzen Unternehmen auf eigenen Content. Und zwar solchen, der nicht nach platter Werbung riecht. Ob es nun ein Mega-Event wie das Stratos-Projekt ist, oder eine Nummer kleiner: Information, Unterhaltung und kompetente Beratung gewinnen an Bedeutung.

Neu ist die Idee vom „König Content“ im Web dabei keineswegs. So machte sich Bill Gates bereits Mitte der 90er Jahre in einem „Content is King“ überschriebenen Essay Gedanken darüber, was Menschen am Bildschirm lesen möchten. Und kam zu dem Schluss, dass Content im Netz stets brandaktuell und exzellent sein muss und den Usern auch eigenes Engagement abverlangen darf. Eigentlich keine Riesenüberraschung. Dennoch wurden Inhalte fürs Web lange stiefmütterlich behandelt und auch heute hat sich die Erkenntnis, „Content is King“ noch nicht überall durchgesetzt.

Miriam Löffler gibt in ihrem Buch „Think Content!“ eine Schritt-für-Schritt Anleitung, für die Erstellung guter Inhalte. Jenseits aller Hypes argumentiert sie mit Leidenschaft und Sachverstand für Content. Das Buch ist mit mehr als 600 Seiten ein dickes Brett, aber die Lektüre lohnt sich. Denn umfassender kann man sich zurzeit mit keinem anderen deutschen Buch zu diesem wichtigen Thema schlau machen.


Content Strategie

Untergliedert ist das Buch in drei Teile. Im ersten Teil stellt die Autorin dar, wie man eine Content-Strategie systematisch entwickelt. Sie insistiert dabei nachdrücklich auf die Entwicklung einer Strategie, bevor es an die konkrete Umsetzung geht. Bei der Planung kommt es weniger auf die eine brillante Idee, sondern auf zahlreiche Fleißaufgaben an: Wie führt man ein sinnvolles Audit der bestehenden Webseite durch?Wie kalkuliert man Kosten realistisch? Welche Prozesse muss man implementieren, um einem Unternehmen hochwertigen Content zu entlocken? Diese Fragen beantwortet die Autorin, ohne den Web-Laien zu überfordern oder den erfahrenen Online-Fuchs zu langweilen. Auch Detailfragen wie die, unter welchen Voraussetzungen man ein Konzept für eine Webseite besser in Excel oder in Word erstellt, beantwortet sie.

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50 Jahre Nutella: Nutella Stories

Nutella wird 50 Jahre jung und dazu hat sich Ferrero die Aktion nutella Stories ausgedacht. Die Webseite dazu sieht wirklich gut aus. Die Aktion selber ist nicht gerade super originell, passt aber bestens zur Marke und ist sehr hübsch umgesetzt. User können ihre Nutella Story in Form von  Bild, Video oder Text hochladen.  Also alles drin, was modernes Marketing für Lebensmittel ausmacht: Content, Storytelling, Crowdsourcing. Was vielleicht fehlt: Der in diesem Jahr allgegenwärtige Hinweis auf den „Karnickel-Jahrgang“ 1964, aber was solls.

Meist geht es bei den nutella stories natürlich um Kindheitserinnerungen die man mit der Schokocreme verknüpft. Beim Stöbern in den Geschichten kann man sich den Spaß machen und in der seiteneigenen Suchmaschine den Begriff „Scheiße“ eingeben. Da kommen dann auch 2 Stories.

Ich selber kann daher nichts dazu beisteuern – bei uns zuhause war nutella verboten. Ich mochte es früher ohnehin nicht sonderlich gern. Der einzig akzeptable Brotaufstrich für mich als Kind war sonderbarerweise lange Zeit Butter. Auf den nutella Geschmack bin ich erst Mitte 20 gekommen – als ich damals aufhörte zu rauchen hatte ich das dringende Bedürfnis nach Zucker, viel Zucker und kam auf den nutella Geschmack. Anyways, die Webseite sieht wie gesagt wirklich gut aus, das 50-Jahre-Glas hat auch einen sehr passenden Retro-Look und ich mag mittlerweile nutella, alles bestens!