Gelesen: Operation Shitstorm. Berufsgeheimnisse eines professionellen Medien-Manipulators. Von Ryan Holiday

Operation Shitstorm von Ryan Holiday

Operation Shitstorm von Ryan Holiday

Geht es um die Verbreitung von News im Social-Media-Zeitalter, wird gern dieses Zitat eines unbekannten Amerikaners angeführt: „Wenn eine Nachricht wirklich wichtig ist, dann wird sie mich finden“. Dieser Spruch spiegelt eine der großen Verheißungen des digitalen Lebens wider: Bei der Auswahl von Nachrichten dient nicht mehr ein Journalist, sondern das soziale Netzwerk als Gatekeeper. Im eigenen Newsfeed würde man nur noch die für einen relevanten Nachrichten finden. Die Schwarmintelligenz soll alles Banale abfischen, bevor man seine Zeit damit verschwendet.

Eine schöne Idee – nur leider völlig falsch. Das jedenfalls behauptet Ryan Holiday in Operation Shitstorm. Berufsgeheimnisse eines professionellen Medien-Manipulators.

Soziale Medien, so Holiday, hätten keineswegs dazu geführt, dass uns nur noch die wirklich wichtigen Nachrichten erreichen. Sondern dazu, dass wir mehr als je zuvor einem Getöse aus zur Sensation aufgepumpten Banalitäten ausgesetzt sind.

Ryan Holiday, Jahrgang 1987, ist als Marketing-Direktor für American Apparel bekannt geworden. Für das Modelabel und dessen umstrittenen Gründer Dov Charney hat Holiday schrille Kampagnen inszeniert. Dabei war er war überaus kreativ, wenn es galt, hinter den Kulissen die Strippen zu ziehen: Seine Methode bestand häufig darin, zunächst kleinere Blogs zu bearbeiten, weil sich Meldungen dort am leichtesten platzieren lassen. An diese Blogs schickte er – gern auch von einer falschen  Mailadresse – vermeintliche Enthüllungen oder pseudo-geleakte Bilder von Foto-Shootings. Wurde diese Meldungen erst einmal aufgegriffen, sorgte Holiday selbst für die weitere Verbreitung in größeren Medien. So jagte er die Meldung die Nachrichtenleiter Sprosse für Sprosse hoch zu den größeren Blogs und zu weiteren Medien. Bis sie schließlich in den bundesweiten Abendnachrichten angelangt war. Weiterlesen

„60 Jahre Boulevard“ und ein knallhartes Interview in der „WELT“

Vor 2 Stunden lag sie dann auch bei mir im Briefkasten – die Geburtstagsausgabe der Bild Zeitung .

Ich hatte kurz überlegt, bei dieser campact-Aktion mitzumachen und die Annahme zu verweigern. Dafür war ich dann aber doch zu bequem. Und außerdem zu neugierig auf diese Sonderausgabe. Auf der Titelseite ist Til Schweiger, der mit Dana ein Interview zu seiner Familie gibt. Schweiger kommt dabei wie immer in Bild als cooler Typ rüber. Warum überrascht mich das nicht? Weil Bild und Til Schweiger eine Freundschaft wie Winnetou und Old Shatterhand pflegen, seitdem Til Schweiger als Bild-Testimonial auftritt. Die anderen Artikel – zum Beispiel das Interview mit Gerhard Schröder oder „Hilfe – wir waren Bild-Schlagzeilen“ – sind aber ziemlich gut. Weiterlesen

Top of the Blogs, Teil 1: Ein sehr witziger Medienblog

Da ich in letzter Zeit so viele Blogs lese und mir so viele davon so ausgesprochen gut gefallen, werde ich in loser Reihenfolge die besten vorstellen.

Den Anfang macht:  Richard Gutjahrs Blog.

gutjahr.biz/blog/ gehört zu den meist gelesenen deutschen Blogs. Dabei polarisiert er tüchtig: Er hat viele Fans, aber vielen Leuten scheint er auch auf den Keks zu gehen (zum Beispiel den Social Media Experten http://www.facebook.com/smexperten) . Jedenfalls ist das mein Eindruck nach meiner überhaupt nicht wissenschaftlichen und rein vom Zufall gelenkten Netzrecherche. Weiterlesen